Keine „Slalom-Fahrt“ von Ferngüterzügen durch Südpfälzer Kommunen

AfD Kreisvorsitzender Thomas Lutz:
„Kleine Pfalz-Lösung inakzeptabel“

Wie durch verschiedene Quellen bekannt wurde, will die Bahn zusätzlichen Güterverkehr auf der Bahnstrecke Karlsruhe-Wörth-Germersheim-Schifferstadt-Ludwigshafen lenken. Es ist von einer täglichen Belastung von 42 Güterzügen, von denen die Hälfte nachts fahren, soll die Rede. Der AfD-Vorsitzende des Kreisverbandes Germersheim, Thomas Lutz, macht klar, dass diese Pläne der Bahn auf Grund der zu erwartenden Beeinträchtigungen so nicht akzeptiert werden können.

Die Bauarbeiten für die Stadtbahn Germersheim-Wörth-Karlsruhe im Jahre 2009 (neuer Gleiskörper) und 2010 (Elekrifizierung) war nur durch die Unterstützung der Kommunen entlang der Strecke Wörth-Germersheim möglich. Die breite Unterstützung für dieses Projekte in der Bevölkerung unterstrich die Akzeptanz, obwohl ein Schienenersatzverkehr und Lärm über Monate zu Beeinträchtigungen führte.
Wie sich jetzt herausstellt will die Bahn nun diese Investition in den ÖPNV, welche erst mit Hilfe der Kommunen an der Bahnstrecke ermöglicht wurde, als Schienenfernverkehrs-güterstrecke nutzen („Kleine Pfalz-Lösung“). Dies stellt eine Täuschung der Bürger im Landkreis Germersheim, aber auch darüber hinaus, dar.

Der zu erwartende Lärm in den angrenzenden Wohngebieten und die Beeinträchtigung des ÖPNV-Schienenverkehrs, aber auch die häufigere Schließung der Bahnübergängen kann nicht hingenommen werden, so Lutz.

Die AfD befürwortet ausdrücklich die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene. In diesem Fall von Genua nach Rotterdam (EU Korridor 24). Schaut man sich jedoch die Situation entlang dieses Güterkorridors an, stellt man schnell fest dass sowohl im Süden durch die „Neue Eisenbahn-Alpentransversale“ (NEAT) in der Schweiz als auch durch die Betuwe-Linie von Rotterdam nach Zevenaar (Grenze NL/D) in den Niederlanden zeitgemäße Hochleistungsgüterstrecken entstanden sind oder kurz vor der Vollendung stehen (Gotthardt-Basistunnel).

In Deutschland selbst finden sich leider nur ansatzweise Projekte die diesen modernen Güterstrecken das Wasser reichen könnten. Zwischen Basel und Karlsruhe kann erst in vielen Jahren mit einer durchgängigen Hochleistungsgüterstrecke gerechnet werden.

Deshalb ist aus Sicht der AfD ein Neubau von solchen Hochleistungsgüterstrecken mit absoluter Priorität zu behandeln. Eine „Slalom-Fahrt“ von Ferngüterzügen durch Südpfälzer Kommunen, wie jetzt von der Bahn angedacht, kann nicht die Lösung sein.

Falls eine linksrheinische Lösung von der Bahn als notwendig erachtet wird, kommt für die AfD nur eine Neubaustrecke nach modernsten Lärmschutzerfordernissen in Frage. Für den Landkreis Germersheim kann dies nur entlang der B9 von Wörth nach Speyer sein. Sollte die Anbindung wie angedacht über die Dammerstocker Kurve bei Karlsruhe erfolgen, ist zur Entlastung von Maximiliansau und Wörth eine Führung im Zuge der „2. Rheinbrücke“ in Erwägung zu ziehen. Die auf Karlsruher Seite u.a. vorhandene Schienenstrecke zur Raffinerie könnte hier als Anbindung dienen.

Die Verantwortlichen im Bund und Land sind deshalb aufgerufen endlich die Weichen für eine zeitgemäße Schieneninfrastruktur zu schaffen. Unsere europäischen Nachbarn machen es uns vor.

Links:

http://www.pfalz-express.de/martin-brandl-moglicher-bahnlarm-durch-guterverkehr-muss-geklart-werden/

http://www.pfalz-express.de/massive-zunahme-des-eisenbahnguterverkehrs-im-kreis-germersheim-geplant-42-neue-guterzuge-pro-tag-bis-2030/

http://www.pfalz-express.de/gebhart-wendet-sich-wegen-guterverkehr-ministerium/

http://www.pfalz-express.de/cdu-stadtrat-peter-lerch-zum-thema-guterzugverkehr-wird-taktung-des-zugverkehrs-durch-landau-beeintrachtigt/

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2012/7_8/Inhalt/DL_Saalbach.pdf?__blob=publicationFile