© AfD Germersheim

Unseren Rheinpfalz-Hetzkommentar gib uns heute – Von Dichtung und Wahrheit

Welche Blüten Journalismus – oder was manche dafür halten – treiben kann, mag das heutige Beispiel in den sogenannten „Wochenspitzen“ der Rheinpfalz zeigen:

Der erste Schnee – AfD auf den Hund gekommen

Am Sonntag freuten sich alle über den ersten Schnee. Wirklich alle? Nein, dem AfD-Landtagsabgeordneten Matthias Joa ist er offenbar mächtig aufs Gemüt geschlagen. Kaum breitet sich ein weißes Tuch über die braune Ackerkrume, zweifelt der arme Mann an Volk und Vaterland. Morgens um 9 Uhr schreibt er dann auf seiner Facebook-Seite (wir zitieren wörtlich): „Schneefall: Um 7.00 räumen die ersten Bürger brav den Bürgersteig – die staatsbürgerliche Pflicht wird treu erfüllt, bloß kein Risiko eingehen. Die Politik, die in vielen Bereichen die Zukunft des Landes zerstört, wird ebenfalls treu erduldet. Nicht nur das, hündisch wird vor der Obrigkeit, wenn sie sich zB beim Vereinsfest mal sehen lässt, zu Kreuze gekrochen. Und genau DAS ist typisch Deutsch.“ Soso, der typische Deutsche kriecht also hündisch zu Kreuze? Dann ist ja alles klar: Deshalb brauchen wir eine Alternative für Deutschland. Und wenn es wider Erwarten an Weihnachten schneit, würde es niemand mehr wundern, wenn Joa über die Festtage zum Islam konvertiert. lap

Quelle: Die RHEINPFALZ, Germersheimer Rundschau, Kreis Germersheim, Ausgabe Nr. 298 vom Samstag, den 22.12.2018

Zu diesem doch recht verkürzten Beitrag von Herrn Andreas Lapos (lap) möchten wir Folgendes anmerken:

Der oben genannte Kommentar ist die persönliche Meinung eines einzelnen Redakteurs der Rheinpfalz und damit kein journalistischer Artikel, der die Meinung der Redaktion vertritt. Er hat außerdem das darin Zitierte völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Über die Hälfte des Facebook-Eintrages wurde komplett weggelassen, insbesondere die Kernaussagen:

Der deutsche Bürger erledigt treu seine Pflichten (Schnee räumen), während seine gewählten Volksvertreter in der Regierung permanent Gesetze brechen, Kritiker mit dem Totschlag-Argument der „Nazi-Keule“ mundtot machen und ein ganzes Land in den Ruin treiben. Es ist Zeit, sich zu wehren!

Und damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können, hier der komplette Facebook-Eintrag von Matthias Joa, auf den sich Herr Lapos bezieht:

Schneefall: Um 7.00 räumen die ersten Bürger brav den Bürgersteig – die staatsbürgerliche Pflicht wird treu erfüllt, bloß kein Risiko eingehen.

Die Politik, die in vielen Bereichen die Zukunft des Landes zerstört, wird ebenfalls treu erduldet. Nicht nur das, hündisch wird vor der Obrigkeit, wenn sie sich zB beim Vereinsfest mal sehen lässt, zu Kreuze gekrochen.

Und genau DAS ist typisch Deutsch.

Hier endet das Zitat von „lap“ – Joas Kommentar geht jedoch weiter. Aber diese nicht ganz unwesentlichen Teile hätten wohl nicht zur Intention von „lap“ gepasst:

Sich im kleinen Kreis beklagen – doch wenn die Parteigranden antanzen, dann ist kein Wort mehr zu hören.

Wer will nicht in die Zeitung, wer will nicht aufs Bild, sich nicht im Glanz der “Mächtigen” sonnen? Erst recht, wenn es um die vermeintlich “ gute Sache” geht und medial so erwünscht ist? Und genau das ist unser Problem: Feigheit und Unterwürfigkeit.

Mehr Druck und mehr verbale Konfrontation, das ist das Einzige was wirkt. Die Unzufriedenheit argumentativ rauslassen, Politiker auch in der Schlange beim Bäcker, in öffentlichen Sitzungen verbal hinterfragen, zeigen, was man von ihrer Politik hält, vom Thema Diesel über Steuern bis zur Migration.

Sie haben EURE Interessen zu vertreten, nicht die Bürger sind zum Kriechen vor den Granden da, sondern diese sollen dem Bürger dienen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns…

Und wenn doch mal jemand wirkliche Zivilcourage zeigt, dann reicht der (argumentativ entlarvende!) Vorwurf, das könnte ja “rechts” oder gar “radikal” sein im Regelfall als Drohung aus. Für Positionen, die in den 2000er Jahren noch völlig normal waren.

Der Vorwurf “rechts(populistisch)“ klingt schließlich schon stark nach “Nazi”, und wenn es erst die Presse aufgreift, wird der Betreffende gesellschaftlich vernichtet – ein perfektes Mittel zum Maulkorb für Andersdenkende.

Diese Repression und Angst müssen wir endlich überwinden! Widerspruch wagen m, Nachfragen, nicht lockerlassen. Freundlich, aber bestimmt. Jeder Bürger kann etwas beitragen – im Ort im Supermarkt, im Verein, bei Begegnungen auf der Straße.

Die Mächtigen sind nämlich gar nicht so mächtig, und zittern genau davor: Dem Mauerdurchbruch im geistigen Gefängnis!

Wer völlig nüchtern durchdenkt wie sich Deutschland in den letzten 20 Jahren verändert hat und dem mehrheitlich „positives“ abgewinnt, der ist entweder geistig blind oder Ideologe. Der Schuldenwirtschaftsboom überdeckt dies – noch. Bricht die finanzielle Stärke und gehen Jobs verloren, dann wohl erst werden die Letzten aufwachen!

Wie Herr Lapos eine Brücke zu einer „Konvertierung zum Islam“ schlagen kann, wird wohl im Dunkel seiner Logik bleiben. Was für ihn vielleicht eine Option sein mag, schließen wir für uns jedenfalls aus.

Wir empfehlen Herrn Lapos auch, sich einmal persönlich und vor Ort im direkten Gespräch mit unseren Abgeordneten auseinanderzusetzen, anstatt am Bildschirm Facebook-Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen. Ansonsten dürfte sich der Vorwurf der tendenziösen Berichterstattung noch eine Weile halten.

In diesem Sinne: Bleiben Sie informiert und kritisch. Wir wünschen allen ein besinnliches und vorweihnachtliches Wochenende.

1 Kommentar

  1. Günther Lenske
    19. Januar 2019

    Ich habe das ABO für die Rheinpfalz schon eine Weile gekündigt. Es zeigt sich wieder, dass die Redaktion gerade im politischen Wettbewerb, Propaganda und Hetze als unabhängigen Journalismus bzw neutrale Berichterstattung ausgibt.

    Antworten

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